Für immer ist eine lange Zeit, nicht wahr? [Mara Maecke, Miss Germany Wahl 2021]

Für immer ist eine lange Zeit, nicht wahr? [Mara Maecke, Miss Germany Wahl 2021]

Beierl, Nina

Im Rahmen der #supporther Academy, powered by COSMOPOLITAN, haben wir mit Mara Maecke über Krankheiten und Resilienz gesprochen.

Mara ist unter den Top-Kandidatinnen der diesjährigen Miss Germany Wahl. Seit Ihre Reise mit dem Team begann, wird auf einmal auch Ihre Krankheit öffentlich diskutiert. Sie sie damit umgeht und welche Tipps sie für eine lebenslange Reise mit einer Krankheit hat, verrät sie Euch am 26.November im Workshop. Vorab gibt sie Dir einen kleinen Einblick in persönliche Gedanken und eine schwere Zeit:

Im Rahmen der #supporther Academy, powered by COSMOPOLITAN erklärt uns Mara Maeke was für eine starke Resilienz im Umgang mit Krankheiten wichtig ist.

“Warum ich? Warum bin ich krank geworden? Was habe ich getan, um das zu verdienen?”

Das waren meine ersten Gedanken als meine Erkrankung irgendwann in meinem Kopf angekommen war. Und damit begann eine Zeit des Nichtwahrhabenwollens. Eine Zeit, in der ich nach einem Grund gesucht habe für alles was mir passiert. Und ich war unglücklich. Ich habe sogar begonnen die Schuld in mir zu suchen, vielleicht war ich ja der Grund für all das was da passierte. Ich begann ruhiger zu werden und mich immer weiter in mich zu ziehen. Mein Leben wirkte irgendwie grauer als sonst, als wären alle glücklichen Farben verschwunden. Und eigentlich war das Leben so nicht mehr wirklich lebenswert. Ich konnte ja nicht mal mehr essen ohne mindestens 2-mal währenddessen aufs Klo zu gehen. Alles was ich geliebt habe, konnte ich nicht mehr machen, denn ich war krank. Unwiderruflich und für immer krank.

Und für immer ist eine lange Zeit, nicht wahr?

Nach all den OPs gab es kein Zurück mehr zu dem Leben wie es vorher war. Es sollte nie wieder ein Leben geben, in dem mein Dünndarm nicht aus dem Bauch schaute, nie wieder sollte ich normal auf Toilette gehen können. Manche Tage trifft diese Realität schwerer als andere.

Als mir mitgeteilt wurde, dass ich meinen Dickdarm verlieren muss, um zu überleben, hat es Jahre gedauert, um allein diese Tatsache zu akzeptieren. Und dann kam da ja auch noch der Moment, in dem alles Wirklichkeit wurde und ich meinen Dünndarm aus dem Bauch herausschauen sah.

Veränderungen, vor allem solch große brauchen Zeit.

Ich spreche hier nicht nur von OPs: Trennungen, jemanden zu verlieren, den du geliebt hast, sogar nicht deinen Traumjob zu bekommen, all dies ist schmerzhaft auf seine ganz eigene Art und Weise. Und es ist okay sich manchmal nicht okay zu fühlen. Sei wütend, sei traurig, sei ängstlich. Aber lasse dich nicht von deiner Angst zurückhalten weiterzumachen.

Furchtlos zu sein heißt nicht, keine Angst zu haben. Es bedeutet viel mehr Angst zu haben, davon sogar richtig viel, dann aber der Angst ins Auge zu blicken und weiterzumachen.

Es ist dein absolutes Recht ängstlich, wütend oder traurig zu sein und mal zurückzublicken, solange du dann aber wieder aufstehst und deinen Blick wieder nach vorne richtest auf all die schönen Dinge, die noch vor die liegen.

Und ich kann euch nicht sagen was am Ende bei mir dazu geführt hat, dass sich alles geändert hat. Vielleicht waren es ein paar Minuten voller Lachen im Krankenhauszimmer, weil mein Vater sich versprochen hat. Vielleicht war es ein Armband mit einem kleinen Schutzengel, das ich zum Geburtstag bekam.

Vielleicht waren es die lieben Nachrichten meiner Freunde oder ein aufgenommenes Ständchen auf Gitarre, von jemandem, den ich kaum kannte. Das Leben wurde wieder bunter. Und noch immer gehe ich durch meinen Prozess der Akzeptanz. Aber vielleicht ist Akzeptanz ja auch viel weniger ein Zustand, als eine Reise. Eine lebenslang andauernde Reise.

Ich habe gesehen, dass zwischen all den schlechten Momenten kleine Glücksmomente stecken können. Dass es Dinge gibt, an denen man festhalten kann. Dass es Menschen gibt, die für dich da sind, egal wie es dir geht. Dass das Leben voller Möglichkeiten steckt.

Dass es eigentlich nicht darauf ankommt was du hast, sondern was du daraus machst.

Jede schwere Zeit, die wir erleben, wird uns verändern. Vielleicht wirst du es nicht sofort erkennen, aber wenn du irgendwann auf diese Zeiten zurückblickst, wirst du sehen, du bist gewachsen. Schaue zurück und du wirst sehen, dass du all die schlechten Tage bis hierhin überlebt hast. Manchmal kommt es einfach nicht darauf an das große Ziel zu erreichen, manchmal sind es die vielen kleinen Schritte auf dem Weg dorthin, die zählen.

Mein Appell?

Höre auf, dich auf all die schlechten Dinge und Momente zu fokussieren, selbst wenn es noch so viele sind. Halte dich an all den schönen Momenten fest, auch wenn sie manchmal klein erscheinen. Besonders die schweren Zeiten können uns helfen zu erkennen wie wertvoll all diese kleinen Momente sind.

Jeden Stein, der dir in den Weg gelegt wird, kannst du überwinden. Manchen vielleicht mit einem kleinen Stolpern, manchen mit etwas Anlauf, manch großen erst nach einer kleinen Atempause, manchen vielleicht auch nur mit einem Umweg. Glaube an dich selbst, du bist stärker als du denkst, du kannst jede einzelne Hürde erklimmen. Und solltest du doch mal ins Straucheln geraten, ist es absolut in Ordnung die Hand zu ergreifen, die dir entgegengestreckt wird.

Und wenn all diese schweren Zeiten überstanden sind, schaue zurück und sei stolz auf dich. All diese schweren Zeiten haben dir geholfen über dich hinauszuwachsen. Die Zeiten haben dich zu der Person gemacht, die du heute bist.

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Mara, Dana & viele weitere starke Frauen erklären der #supporther Academy, powered by COSMOPOLITAN warum Krankheiten ohne Resilienz häufig nur schwer überwunden werden. Im Workshop erzählen sie aus eigener Erfahrung, geben Tipps & Coachings für Deinen persönlichen Weg

Sei dabei & stelle Deine Fragen, im nächsten Workshop am 26. November.

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