Personal Branding – die Kunst, sich selbst zu kennen

Personal Branding – die Kunst, sich selbst zu kennen

Barbara Lutz

Im Rahmen der #supporther Academy, powered by COSMOPOLITAN, verrät uns Barbara Lutz wie Dir Personal Branding helfen kann, um Deine Karriere Ziele zu verfolgen:

Viele Menschen sehen Personal Branding einzig als Phänomen unserer heutigen Zeit. Sie verbinden es mit einem hohen Maß an Social-Media-Aktivitäten, die dem Ziel der Selbstvermarktung dienen. Dabei geht es grundlegend bei der Personal Brand darum, eine unverwechselbare Definition zu schaffen: Wer bin ich? Was möchte ich und wofür stehe ich? Insofern steht nicht die Selbstvermarktung, sondern die Selbstkenntnis im Vordergrund – und diese war schon vor Zeiten der Online-Kommunikation ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.

Die Bedeutung des Personal Brandings

Früher wie heute hilft uns die Selbstreflexion dabei, fokussiert und persönlich gefestigt unsere Karriereziele zu verfolgen. Was sich jedoch tatsächlich geändert hat, sind die Möglichkeiten und Einsatzbereiche einer dauerhaften und nachhaltigen Positionierung über die neuen Kommunikationskanäle. Das Interesse der Unternehmen wächst, dass sich ihre Mitarbeiter mit gewinnbringender Außenwirkung öffentlich positionieren. Gleichzeitig entsteht immer häufiger auch von Seiten der Arbeitnehmer die Erwartung an die CEOs und Führungskräfte, über Social-Media ihre Persönlichkeit zu zeigen, die Werte des Unternehmens zu vermitteln und ihnen damit Orientierung zu geben.

Am Thema Personal Branding kommt also niemand mehr so richtig vorbei. Aber was ist dafür wichtig?

Die klassische Marke besteht aus vier Aspekten

Das Personal Brand unterscheidet sich vom Aufbau einer klassischen Marke kaum. Der Markenkern einer klassischen Marke besteht aus vier Bereichen:

  • Der Erscheinung (Corporate Design)
  • den Handlungen (Corporate Culture)
  • der Qualität der Produkte und Dienstleistungen
  • sowie der Definition (Aussagen und Philosophie).

Wann immer wir über eine Marke sprechen, meinen wir ihren wesentlichen Kern. Was zeichnet sie aus? Was ist ihr Charakter, ihr USP? Und daran schließt sich die Frage an, wie man kommuniziert und welchen Kanal man dafür wählt. Heute stehen hier viele verschiedene Formen zur Verfügung und man muss sich entscheiden, welche die richtige ist: Direct Mail, TV, LinkedIn, Twitter, YouTube etc.

Der Mensch als Marke

Was uns Menschen von einer klassischen Unternehmens- oder Werbemarke dennoch unterscheidet, ist unsere Persönlichkeit, unser schnelles Reaktionsvermögen und unsere individuelle Präsentation. Hier können wir richtig punkten. Leichter gesagt als getan.

Vielleicht kennen Sie auch die Situation in Meetings, im Freundeskreis, beim Ladies Lunch: Es gibt eine Vorstellungsrunde und nach der kurzen Erleichterung, nicht als Erste beginnen zu müssen, merken Sie beim Zuhören, dass Sie gedanklich immer mehr ins Schwimmen geraten. Sie werden von den Inhalten der Vorrednerinnen beeinflusst und wenn sie dann endlich am Zug sind, erzählen Sie Dinge, die Sie gar nicht sagen wollten und vergessen dafür andere. 

Warum ist das Ihnen passiert? Sie waren nicht sicher genug, sie haben sich zu wenig vorbereitet. Und das ist schade. Denn es ist eine verpasste Gelegenheit, sich zu präsentieren. Jede Möglichkeit, sich vorzustellen, jede Möglichkeit, eine Position einzunehmen, jede Möglichkeit, gefragt zu werden, ist eine Chance, die eigene Marke darzustellen. Und diese Chance sollte genutzt werden – das gilt auch im unternehmerischen Umfeld. Sie müssen sich im Vorfeld immer überlegen, um welche Zielgruppe es für Sie geht, wie Sie kommunizieren möchten, was Ihre Ziele sind, warum Sie attraktiv für die Gruppe sind oder die Gruppe attraktiv für Sie ist? Machen Sie sich frühzeitig diese Gedanken, um den Auf- und Ausbau langsam voranzutreiben.

Frauen haben häufig Angst, sich zu stark zu präsentieren

Gerade im unternehmerischen Kontext ist Ihre Klarheit umso wichtiger, da Sie als Teil eines (Werte)-Systems und eines Teams fungieren. Es ist deshalb wichtig abzuwägen, welche Informationen und welche Präsentation Sie als zu viel oder als zu wenig empfinden. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass Frauen eher dazu tendieren, Angst vor dem „zu viel“ zu haben. Hier sollten Sie nicht zu zögerlich sein, sondern mutig experimentieren. Gleichzeitig kennen wir auch die Personen, die zu laut und aufdringlich auf uns wirken – und es ist völlig in Ordnung, sich davon abheben zu wollen. Häufig ist das eine Sache, die sich einspielen muss und manchmal muss man auch mit Gegenwind rechnen und ihn aushalten.  Das gilt auch für den Umgang mit persönlichen und privaten Informationen.

Mein Tipp: Klären Sie vorab, wie Sie kommunizieren möchten. Persönlich bedeutet, Haltung und manchmal auch eine klare Kante zu zeigen, Anekdoten, Storytelling, individuelle Erfahrungen veröffentlichen. Privat heißt jedoch, das Familienleben, den Familienstand usw. in die Öffentlichkeit zu tragen. Das muss nicht unbedingt falsch sein, aber Sie müssen sich überlegen, ob das für Ihre Positionierung sinnvoll und angebracht ist.

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Arbeitnehmer haben heute die Möglichkeit, mit ihrer Persönlichkeit eine große Außenwirkung über das Unternehmen hinaus zu erzielen. Als Experte können Sie zum Markenbotschafter werden, der sein  Netzwerk informiert, bildet und unterhält. Nutzen Sie diese Chance und sagen Sie Ja zu Interviews, Podcasts, Tweets und Blogs. Für welchen Bereich sind Sie der Experte, die Expertin? Für New Work? Marketing und Kommunikation? Oder brennen Sie für eine andere Sache abseits ihrer Firmenposition, die sich aber gut damit vereinbaren lässt? Was ist Dein Purpose? Was sind Ihre Werte? Welchen Stil haben Sie? Welche Stärken?

Viele Marken-Persönlichkeiten argumentieren aus ihrer Familientradition heraus: Ich bin Landwirt in dritter Generation, ich habe mich schon immer für Technik interessiert, schon meine Eltern hatten einen Betrieb. Das kann einen klaren, nachvollziehbaren Rahmen für die Präsentation geben. Trotzdem oder genau deshalb ist es wichtig, auch hier Ihre individuelle Stellung und Positionierung herauszuarbeiten.

Was sind Ihre Werte?

In unseren Seminaren im Rahmen der Frauen-Karriere-Akademie bieten wir den Teilnehmern/innen eine Liste mit 52 Werten, aus denen sie am Ende die drei für sie relevantesten heraussuchen müssen. Das ist besonders schwierig, da es Werte gibt, die uns wichtig sind und die aber im Gegensatz zueinander stehen. Ein Beispiel: Was hat für uns mehr Bedeutung – Freiheit oder Sicherheit? Solche Fragestellungen können wir nutzen, um unsere Fähigkeit zu differenzieren zu schulen: Wann ist uns das eine wichtig, wann das andere? Geistige Freiheit? Materielle Sicherheit etc. So schaffen wir einen klaren, sehr präzisen Fokus, unseren individuellen Markenkern, an dem wir unsere Präsentation ausrichten können.

Wir wissen, dass das viel Selbstreflexion erfordert. Deswegen gehen wir den ersten Schritt mit Dir zusammen. Gemeinsam mit unserem Coach Mounira Latrache & Influencerin & Gründerin Laura Noltemeyer geben wir am Donnerstag, 28.Mai im [email protected] Workshop den Startschuss für Dein Personal Branding. Wir erarbeiten in interaktiven Übungen, wie Du Deinen persönlichen Wertekompass erstellst, geben Einblick in das Daily Business zweier Expertinnen & beantworten Deine persönlichen Fragen.

Die Chance des schnellen Aufstiegs

Wenn unsere Vorarbeit in der Theorie geleistet ist, gilt es, in der Praxis auszuprobieren, wo wir mit unserem Personal Branding derzeit stehen. Dafür eignet sich die Übung (klassischerweise aus dem Vertrieb) des Elevator Pitch. Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Aufzug mit einem Vorgesetzen oder einem potentiellen Kunden und müssen ihn von Ihrer Idee, Ihrem Projekt oder in unserem Fall von Ihrer Person überzeugen – immerhin stehen Sie in einem Hochhaus-Aufzug mit zahlreichen Stockwerken, aber mehr als 90 Sekunden haben Sie nicht. Was sagen Sie, wer Sie sind, was Sie tun und warum?

Sie merken schnell: Inhalte, wie die des Elevator Pitch, können nicht oder kaum spontan abgerufen werden. Zu prägnant und besonders müssen sie sein. Das heißt: üben, trainieren, wiederholen, anpassen, üben.

Fassen wir am Ende zusammen, was für Ihr Personal Branding wichtig ist:

1. Welches Ziel haben Sie mit Ihrer Selbstvermarktung vor Augen? Warum sollte Ihnen jemand folgen?

2. Definieren Sie klar, was Ihre eigene Markenpersönlichkeit ist und warum Sie eine Bereicherung für die Öffentlichkeit darstellen.

3. Überlegen Sie, wie und wo Sie sich positionieren möchten und üben Sie Ihre Präsentation

4. Nehmen Sie sich Zeit zum Auf- und Ausbau Ihrer Marke und seien Sie bereit, Ihrem Netzwerk Informationen bereitzustellen ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Die Gegenleistung des Personal Brandings heißt Reichweite und Anerkennung.

Personal Branding ist ein Gewinn

Öffentlichkeit und Persönlichkeit werden immer wichtiger. Als heutige Führungskraft können Sie authentisch und glaubhaft für Ihre Inhalte und eine moderne Kommunikationsform stehen. Sie gewinnen Mitarbeiter und überzeugen Stakeholder. Als Arbeitnehmer haben Sie die Möglichkeit, eine Expertenrolle mit Ihren individuellen Eigenschaften zu kombinieren, Ihrer Leidenschaft nachzugehen und Ihren Einfluss im Netz auszubauen. So oder so: Ergreifen Sie die Chance. Haben Sie den Mut, Ihren Marktwert zu kennen und ihn positiv für sich zu nutzen.

Wir haben Dein Interesse geweckt? Dann seid dabei, bei dem Afterwork @ Wohnzimmer Workshop, am 28.Mai!

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Frauen Karriere Index

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